Methodik

Wie Semantik Kur’ân arbeitet — und wo es haltmacht

Semantik Kur’ân ist eine Forschungswerkbank für das belegbasierte Studium koranischer Begriffe. Ihr Grundsatz ist ein einziger: Der Gebrauch bezeugt die Bedeutung, Richter aber sind die Wortprägung (waḍʿ) und die Absicht des Gesetzgebers. Das System sammelt Belege, stellt sie dar und heftet jeder Behauptung ihre Rohdaten an; das Urteil bleibt stets bei der Forscherin bzw. dem Forscher. Diese Werkbank ist ein Werkzeug der Entdeckung, kein Richterstuhl.

Stammbaum der Methode

  1. Farāhī — naẓm und innere Kohärenz

    Ein Wort erhält seinen Sinn im eigenen Gewebe des Korans. In Semantik Kur’ân entspricht dem die Kontext-zuerst-Ansicht: Jedes Vorkommen wird zusammen mit seinem Vers gezeigt.

  2. Izutsu — semantische Felder

    Ein Begriff trägt gemeinsam mit dem Netz der ihn umgebenden Begriffe eine Weltsicht. In Semantik Kur’ân entspricht dem der Feldgraph, der aus gemeinsamem Vorkommen und Embedding-Nachbarschaft gebildet wird — eine Kante wird erst durch menschliche Freigabe dauerhaft.

  3. Akdemir — diachrone Sicht

    Die Bedeutung fließt durch die Zeit. In Semantik Kur’ân entspricht dem die Ansicht der Offenbarungschronologie: die Verteilung eines Begriffs auf mekkanische und medinensische Zeit sowie sein Verlauf von Sure zu Sure.

Vier Grenzen — offen benannt

Diese Methoden sind mächtig, aber begrenzt. Semantik Kur’ân verbirgt die Grenzen nicht; in der Randnotiz ⓘ jedes Panels steht die jeweils einschlägige.

Quellenverzeichnis (geschlossene Welt)

QuelleRolleLizenz/Hinweis
Korantext + türkische ÜbersetzungVerstexte (6.236)interne Zusammenstellung
Quranic Arabic Corpus v0.4Wurzel-/Lemma-Morphologie (~130.000 Wörter)GPL-Bedingungen, mit Quellenangabe
Tanzil-Metadaten zu den SurenMekkanisch/medinensisch + Offenbarungsreihenfolgewortgetreue Weitergabe
Tanzil-Übersetzungssammlung (8 Werke)Vergleichsmatrix der Übersetzungennicht kommerziell (werkstattintern)
al-Mufradāt — Rāghib al-Iṣfahānī (gest. 502 H)Klassisches Koranlexikon (1.695 Einträge)gemeinfrei (OpenITI-Edition)
Lisān al-ʿArab — Ibn Manẓūr (gest. 711 H)Klassisches arabisches Lexikon (9.153 Einträge)gemeinfrei (OpenITI-Edition)
Hadithkorpus — die Sechs Bücher + Riyāḍ aṣ-ṢāliḥīnEinschlägige Überlieferungen + Hadithsuche (22.891)arabische Originale gemeinfrei; kein Echtheitsgrad angegeben
Ṣaḥīḥ Asbāb al-Nuzūl (Ibrāhīm M. al-ʿAlī)Berichte über Offenbarungsanlässe (Zeugenschicht; Echtheitsgrad aus der Quelle zitiert)moderne Zusammenstellung — werkstattinterne Nutzung; vor der öffentlichen Freischaltung erneut geprüft
Exegese-Korpora — Elmalılı (YEK) · al-Rāzī · al-Ṭabarī · Ibn Kathīr · al-QurṭubīExegetische Zeugen zu Versen und Begriffen (~33.000 Passagen)gemeinfreie Originale; die Zuordnung erfolgt semantisch
Lokal erzeugte Vers-EmbeddingsÄhnlichkeitsnachbarschaftlokale Erzeugung
Semantische Familien von quran-bil-quran35 Wurzelfamilien + Konvergenzgefüge (externe Kuratierung, Rang der Assoziation)MIT — DOI 10.5281/zenodo.19451931
Bible-Geocoding-Data (openbible.info)Nur interne Qualitätssicherung: Abgleich der Koordinaten bei gemeinsamer Geographie (kein Inhalt übernommen)CC BY 4.0

Regal der externen Quellen

Die folgenden Quellen dienen der Forschung als NACHSCHLAGEWERK — wegen ihrer Rechte- und Lizenzlage werden sie NICHT als Daten in den Atlas übernommen. Jede Zeile sagt klar, was verwendet wird und was nicht (fail-closed geführte Rechtedisziplin).

Zitierrichtlinie

Die künstliche Intelligenz erzeugt ausschließlich Entwürfe, und jeder ihrer Sätze muss einen Nachweis (Sure:Vers) oder [Quelle: …] tragen; übersteigt der Anteil nachweisloser Sätze 10 %, wird der Entwurf automatisch abgewiesen. Kein KI-Text erscheint ohne menschliche Freigabe. Jede Zusammenstellung trägt eine Stempelkette, die zeigt, aus welchen Quellversionen sie entstanden ist.

Semantik Kur’ân ist keine Urteilsmaschine. Sie legt denen, die gute Fragen stellen, wohlgeordnete Belege vor — das Übrige ist die Redlichkeit der Wissenschaft.